DE
EN

Von der schwulen Community in die breite Gesellschaft. Wie gesellschaftlicher Wandel auch in die andere Richtung funktionieren kann – am Beispiel von Hamburg Leuchtfeuer

Institution
Talk
14.6.2026
Festivalzentrum Deichtorstraße 1-2 20095 Hamburg
Sprache: Deutsch
Um die Alster gegen AIDS, 1996. Foto: Chris Lambertsen
Um die Alster gegen AIDS, 1996. Foto: Chris Lambertsen

In den frühen Jahren der AIDS-Krise war die gesellschaftliche Atmosphäre vielfach von Hetze und Stigmatisierung geprägt – etwa durch mediale Berichte wie den Spiegel-Artikel von 1983 oder durch politische Stimmen wie die von Peter Gauweiler (CSU). Zugleich entstanden jedoch sehr schnell – sowohl innerhalb als auch außerhalb der Community – vielfältige Formen von Hilfe und Solidarität. In Hamburg gründete sich unter anderem Hamburg Leuchtfeuer, das später auch das Hospiz auf St. Pauli initiierte. 

In seiner Ausstellung im Rahmen der Triennale Expanded zeigt Chris Lambertsen unter anderem eine Fotografie aus dem Jahr 1993: seinen besten Freund, aufgebahrt in seinem Bett. Pfleger*innen der Vorgängerorganisation HIG begleiteten und versorgten ihn bis zu seinem Tod zu Hause. Darüber hinaus sind Motive der Aktion Um die Alster gegen AIDS zu sehen. Bis heute arbeitet Lambertsen fotografisch für Hamburg Leuchtfeuer, unter anderem an Projekten wie einem Kochbuch und einer Ehrenamtskampagne. 

Chris Lambertsen wurde 1954 auf der Insel Föhr geboren. Von 1973 bis 1976 absolvierte er eine Ausbildung zum Fotografen bei Jens Rheinländer in Hamburg, bevor er von 1976 bis 1982 an der HfbK Hamburg im Fachbereich Visuelle Kommunikation studierte. Im Jahr 2011 erschien sein Buch Schwul-lesbische Sichtbarkeit – 30 Jahre CSD in Hamburg im Männerschwarm Verlag. Seit 2020 veröffentlichte er zudem vier Editionen in Kleinstauflagen von 30 bis 60 Exemplaren. Die erste Edition aus dem Jahr 2020 mit dem Titel ADIEU thematisiert seine erste schwule Liebe in den 1970er Jahren. 

Josef Reppenhorst arbeitet seit 1994 für Hamburg Leuchtfeuer. Sein Arbeitsschwerpunkt ist Fundraising, da sich Hamburg Leuchtfeuer zu großen Teilen durch Spenden finanziert. Das 1998 eröffnete Leuchtfeuer Hospiz wurde ursprünglich als Aids-Hospiz geplant. Aufgrund der medizinischen Entwicklung im Bereich HIV konnte es kurze Zeit später allen schwerkranken und sterbenden Menschen zugänglich gemacht werden, jenseits der Diagnose Aids. So entwickelte sich Hamburg Leuchtfeuer von einer Aidshilfe-Organisation hin zu einer sozialen Initiative für die ganze Gesellschaft, ohne jedoch seinen queeren Ursprung aus dem Blick zu verlieren. 

Mit Chris Lambertsen, Josef Reppenhorst 
Moderation: Ulrich Rüter 

Wir verwenden Cookies, um externe Inhalte anzeigen zu können. Sie können unter “Einstellungen” der Erhebung von Nutzerdaten widersprechen. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Wir verwenden Cookies, um externe Inhalte anzeigen zu können. Sie können unter “Einstellungen” der Erhebung von Nutzerdaten widersprechen. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Ihre Einstellungen wurden gespeichert