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"The Silent Distance" – Ula Ahmed, Masixole Ncevu und Roxana Rios

Institution
Talk
13.6.2026
Festivalzentrum Deichtorstraße 1-2 20095 Hamburg
Sprache: Englisch
Roxana Rios, TUDO QUE VOCÊ PODIA SER, Album 0033.
Roxana Rios, TUDO QUE VOCÊ PODIA SER, Album 0033.

Ausgehend von ihren künstlerischen Arbeiten reflektieren Ula Ahmed, Masixole Ncevu und Roxana Rios über die verschiedenen Erscheinungsformen von Distanz – sei sie geografisch, identitätsbezogen oder zwischenmenschlich. Letztere wird im Konzept von The Silent Distance als kraftvolle Metapher für Othering und die Aushandlung von Identität verstanden – als eine oft unausgesprochene, unsichtbare soziale und emotionale Kluft zwischen einem dominanten „Selbst“ und einem marginalisierten „Anderen“. 

In ihrem Gespräch untersuchen die Künstler*innen einen Zustand des „Nah- und doch nie ganz Innerhalb-Seins“. Sie richten einen sensiblen Blick auf die stillen Räume des Unausgesprochenen, des Lückenhaften und des Nichtgesagten – dorthin, wo sich Erfahrung entzieht und gerade deshalb verdichtet. 
 
Räumliche Dimensionen verstehen sie als sinnliche Erfahrungsräume, die sich physikalischer Eindeutigkeit entziehen: Sie erzeugen Nähe trotz realer Distanz und lassen zugleich im unmittelbaren Gegenüber Brüche und unüberbrückbare Distanzen hervortreten. 

Ula Ahmed ist eine sudanesische multidisziplinäre Künstlerin und Kulturforscherin mit Sitz in Hamburg. In ihrer Arbeit setzt sie sich mit indigener Wissensproduktion, Frauenbewegungen sowie den politischen und kolonialen Verflechtungen der sudanesischen Geschichte auseinander. Mittels Fotografie, Video und partizipativer Formate untersucht sie Erinnerung, Verdrängung und Widerstand und fragt danach, wie fragmentierte Archive kollektive Identitäten prägen. Ahmed verbindet traditionelle sudanesische Erzählformen mit zeitgenössischen feministischen Diskursen und versteht ihre künstlerische Praxis als lebendiges Archiv gegen historisches Vergessen. Ihre Arbeiten wurden international ausgestellt, unter anderem bei Les Rencontres d’Arles und in der ifa-Galerie Berlin. 
 
Masixole Ncevu ist ein Künstler, dessen Werk tiefgreifende theoretische und konzeptionelle Forschungskomponenten beinhaltet. Er integriert verschiedene Medien wie Fotografie, Film, Zeichnungen, Performance und Klang in seine Arbeit. Inspiriert von der immateriellen Welt, postkolonialer Theorie und verschiedenen dekolonialen Ideologien, interessiert er sich für die soziologischen und psychologischen Anwendungen der Fotografie. Ncevu nutzt die Fotografie als Werkzeug, um narrative Einblicke zu gewinnen, und greift dabei auf Modelle aus den Sozialwissenschaften wie Ethnografie und Foto-Elizitation zurück. Sein Werk ist geprägt von der Suche nach historisch bedingten Formen des Verständnisses der Gegenwart, insbesondere im Hinblick auf die materielle Kultur. 

Roxanas Rios‘ Praxis hinterfragt hegemoniale Narrative sowie die Beziehungen zwischen Bild- und Wissensproduktion. Innerhalb fotografischer, performativer und installativer Formate untersucht Rios den Körper als Konstrukt, Material und Repräsentant*in innerhalb gesellschaftlicher (An-)Ordnungen. In dieser Funktion versteht sich die Arbeit als Testfeld utopischen Denkens, Sehens und Sprechens, als Beitrag zu zeitgenössischen, gesellschaftlichen sowie ästhetischen Diskursen. 

Moderation: Anna Nowak

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