"Marungka Tjalatjunu" (In Schwarz getaucht) / Rituale der Heilung auf gestohlenem Land
In diesem Gespräch reflektieren Derik Lynch und Matthew Thorne die Entstehung von Marungka tjalatjunu (Dipped in Black) und die Möglichkeiten der Wiedergutmachung durch Zusammenarbeit zwischen der schwarzen und der weißen Welt. Ausgehend vom Yankunytjatjara-Konzept des „ngapartji-ngapartji“ („Ich gebe dir etwas, du gibst mir etwas“) erörtern sie ihre Erfahrungen mit gemeinsamer Autorenschaft, mit dem gemeinsamen Geschichtenerzählen und die Möglichkeit eines gemeinsamen Landes. Eingebettet in Australiens lange und komplexe koloniale und multikulturelle Geschichte, präsentiert das Gespräch ihr Projekt und die Zusammenarbeit selbst als rituellen Akt der Wiedergutmachung: eine Möglichkeit, lebendige Yankunytjatjara-Tjukurpa, traditionelles Inma-Geschichtenerzählen, queere Erfahrungen, moderne Tanzperformances und westliche Filmtechniken in eine neue, lebendige Beziehung über unterschiedliche kulturelle und historische Kontexte hinweg zu bringen.
Matthew Thorne (geboren 1993 in Adelaide) ist ein südaustralischer Filmemacher und Künstler, der in seinen Werken mithilfe von Film, Fotografie und Reenactment die zeitgenössische australische Identität, das koloniale Erbe, Spiritualität, die Beziehung zum Land und Männlichkeit durch langfristige Kooperationen mit Menschen und Orten erforscht. An der Schnittstelle von Dokumentarfilm und Fiktion entwickelt er Projekte als rituelle Räume gemeinsamer Reflexion und Transformation. Marungka tjalatjunu (Dipped in Black), ein gemeinsam mit Derik Lynch entstandener Kurzfilm, wurde mit dem Silbernen Bären und dem TEDDY Award der Berlinale (2023) sowie dem Documentary Australia Award des Sydney Film Festivals (2023) ausgezeichnet.
Derik Lynch (geboren 1986 in Alice Springs) ist ein Künstler, Kulturführer, Lehrer und Performer vom Volk der Yankunytjatjara, dessen Werk sein traditionelles kulturelles Wissen mit zeitgenössischer Kunstpraxis verbindet. Seine Arbeit verknüpft seine Anangu Tjukurpa mit dem kolonialen Australien durch Geschichte, Erinnerung und gegenwärtiges Handeln und schöpft dabei oft aus seinen eigenen Lebenserfahrungen – darunter seine queere Identität und sein Aufwachsen in der Abgeschiedenheit des Landes. Deriks Werk bewegt sich zwischen Zeremonien, Performances, Musik, Film und Kunst. Seine Arbeiten wurden weltweit gezeigt, unter anderem im Sydney Opera House und im Southbank Theatre in London, wo er zu einer Audienz bei Königin Elizabeth II. eingeladen war. Er ist Mitschaffender des Kurzfilms Marungka tjalatjunu (Dipped in Black), einem Werk, das auf seiner eigenen Geschichte basiert und sein kulturelles Wissen in der Gegenwart reaktiviert.
Tickethinweis: Diese Veranstaltung ist kostenfrei zugänglich.